AKTUELLES & TERMINE

Wertende Blicke. Stress, Erschöpfung. Geht alles gar nicht. Wird nicht gerade ein bisschen zu viel geklagt über die Belastungen, denen berufstätige Eltern ausgesetzt sind? Darüber habe ich mir für Brigitte.de ein paar Gedanken gemacht:

Ein kurzes Inne- und Festhalten, welche Bücher mich 2013 begleitet haben. Das Beste kam übrigens zum Schluss.

Stevan Paul: “Schlaraffenland”
Rezepte und schöne Schmökergeschichten vom Koch und Autor Stevan Paul. “Schlaraffenland” wollte ich lesen, weil ich die Ereignisse, die in einer (“Tri Tra Truffola”) der 15 Erzählungen mündeten, am Rande mitbekommen habe. Und weil es einfach ein schickes Buch ist. (Erschienen im Mairisch-Verlag.)

Katharina Hagena:
“Vom Schlafen und Verschwinden”

Für Katharina Hagenas Bücher spricht: Sie haben die schönsten Cover. Schon “Der Geschmack von Apfelkernen” hätte man rahmen und aufhängen können, mit “Vom Schlafen und Verschwinden” ist es dasselbe. Ich habe es wirklich gerne gelesen, Hagenas Sprache hatte zunächst eine große Sogwirkung auf mich. Mit der Zeit wurden es mir dann aber zu viele Andeutung dieses großen, dunklen Geheimnisses, um das es geht. Trotzdem: gerne gelesen. (Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch.)

Julian Barnes: “Vom Ende einer Geschichte”
Fand ich großartig! Tony Webster, ein alternder Mann, lässt sein Leben Revue passieren und merkt, dass einige Dinge nicht so waren, wie er sie eingeschätzt hatte. Ich als Leserin habe gemeinsam mit Webster wild spekuliert, wie diese, seine Geschichte nun wirklich gewesen sein könnte. Es klärt sich fast alles, aber ein bisschen bleibt noch im Ungefähren. Deshalb hat das Buch bei mir sehr lange nachgewirkt. Ich war versucht, es grad nochmal zu lesen, nahm dann aber doch das nächste vom Stapel. (Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch.)
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Gerade ist das Zeit-Heft Schule & Familie erschienen; es kommt einmal im Jahr heraus. In der aktuellen Ausgabe gebe ich in einem zugehörigen Beileger 20 Medienerziehungs-Tipps für den Umgang von Kindern mit digitalen Medien. Wen das interessiert, der kann sich das Ganze hier bestellen oder nach diesem Heft am Kiosk suchen:

Ich bin Jahrgang 1982, war sieben, als die Mauer fiel und erinnere mich kaum an die DDR. Ein wenig an das Bananenschlangestehen (ich immer “einzeln” hinter meiner Mutter, damit jeder von uns ein Kilo kriegte), an das Pioniertuch (ich gehöre zum letzten Jahrgang, der es noch bekam), an die bunten Eierbecher aus Plasteplastik (die ich ganz vergessen hatte, bis ich sie auf einer Sprachreise in Russland irgendwann in den “Nuller Jahren” wiedersah). Und ich weiß noch, dass ich zur Schuleinführung – im September 1989 – unbedingt den blauen Pionierrock haben wollte; die Bluse bekam man wohl irgendwie so. Ich wollte also diesen Rock, und meine Mutter sagte: “Den brauchst Du sowieso nicht mehr.” Ich hab diesen Satz damals nicht verstanden, aber er ist mir so bedeutungsvoll vorgekommen, dass er sich in meinem Unterbewusstsein festsetzte und Jahre später wieder hochkam.

Die Wende hat also in der Luft gelegen, ich habe davon nichts mitbekommen – nur diesen Satz.

Ich bin aufgewachsen in Freiheit. Ich konnte studieren, was ich wollte, ich konnte und kann ins Ausland reisen, ja, ich kann da sogar leben – und das zusammen mit einem Wessi.

Ich glaube, für fast alle aus meiner Generation sind all diese Freiheiten Alltag. Für mich meistens auch. Aber manchmal, wenn ich mit dem Zug quer durch Deutschland fahre, und an Tagen wie heute, wird mir bewusst, dass sie alles andere als selbstverständlich sind. Vor nur 30 Jahren waren sie es längst noch nicht. Ich bin dankbar.

Hinweis: Dieser Beitrag ist auch auf der Journalisten-Plattform Journal 21 erschienen.

Eines der spannendsten Gespräche, das ich diesen Sommer auf dem DLD Women führen durfte, war das mit der Trendforscherin Li Edelkoort. Daraus ist eine Beschreibung des Berufs “Trendforscher” entstanden. Nachzulesen auf Zeit-Online.

Und auch mein Artikel über Sensory Historians, also Historiker, die sich mit den Sinneswahrnehmungen vergangener Zeiten befassen, hat den Sprung aus dem Stehsatz noch vorm Jahreswechsel geschafft. Wen interessiert, wie die Pest gerochen hat – hier steht’s.

Was passiert eigentlich, wenn mir etwas zustößt? Diese Frage stellen sich Firmenlenker immer mal wieder – und oft kommen sie sogar zu der Erkenntnis: “Ich müsste mal etwas Vorsorge betreiben.” Doch dann geht das Thema wieder im Alltagsgeschäft unter.
Für Zeit-Online habe ich einmal aufgeschrieben, wie Chefs für den Fall der Fälle, nämlich dass sie selbst ausfallen, alles regeln können. So dass ihr Unternehmen ohne sie nicht den Bach runtergeht.

Abt Martin, der Vorsteher des Klosters Einsiedeln, ist in der Schweiz so eine Art “Internetberühmtheit”. Gut 3.000 Leute folgen ihm bei Twitter, auf der TEDx in Zürich hat er im vergangenen Jahr gesprochen und es während einer #Twallfahrt mit 50 anderen Twitterern auf Platz 2 der Trending Topics geschafft.
Vor zwei Wochen habe ich Abt Martin im Kloster besucht – und ich war wirklich angetan von seiner Offenheit und seinem ehrlichen Interesse für Social Media. Innerhalb der Klostergemeinschaft hat er sogar schon Twitter-Schulungen veranstaltet; einige andere Mönche twittern seither auch.

Meine Beschreibung über Abt Martins digitales Klosterleben ist jetzt auf ZEIT-Online erschienen, inklusive so schöner Zitate wie “Nur twittern, sonst aber vollkommen unzugänglich sein – das entlarvt sich schnell und wirkt nur anbiedernd.”

Marco Löw war 15 Jahre lang bei der Kriminalpolizei als Betrugsermittler und Vernehmungsexperte tätig. Inzwischen hat er sich selbständig gemacht und bietet seine Dienste besonders skeptischen Unternehmen an: Er schult Chefs und Personaler in Sachen “Bewerberbetrug”. Etwa zehn Prozent der Bewerber seien nämlich Betrüger und daher auch mit hoher Wahrscheinlichkeit später in Fälle von Mitarbeiterkriminalität verstrickt, die großen wirtschaftlichen Schaden anrichten können.

Für Zeit-Online habe ich Marco Löw interviewt. Das Ganze ist noch nicht allzu lange online; kommentiert wird aber bereits recht eifrig. Der Tenor ist einhellig. Unter den Kommentatoren jedenfalls häufen sich Aussagen wie “Möchte man eigentlich in einem Unternehmen arbeiten, in dem man schon bei der Einstellung verdächtigt wird?”. An vielen Stellen schwingt da ziemlich viel Ärger mit – vor allem über die Versprechungen, die seitens Arbeitgebern gemacht werden, hinsichtlich Überstunden, hinsichtlich Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten. Aber sicher gibt’s längst jemanden, der Bewerber darin schult, lügende Arbeitgeber zu erkennen. Ich recherchier dann mal.

Ich war neulich in Rülzheim. Das ist bei Karlsruhe und eigentlich kein besonders interessanter Ort. Aber es kommt ja immer auf die Leute an.

In Rülzheim wohnt die Familie Nagel – und die ist ziemlich cool. Tochter Jannika hat beispielsweise 2006 bei “Wetten, dass..?” teilgenommen. Ihre Kinderwette bestand darin, dass sie 20 Gardemädchen ihres Tanzvereins daran erkennt, wie sie in den Spagat springen. Nur am Geräusch. Denn die Augen hatte sie verbunden. Rowan Atkinson wettete, dass sie es nicht schafft – und verlor gegen die damals Zwölfjährige.

Aber deswegen war ich nicht bei Familie Nagel. Sondern weil ich für DIE ZEIT eine Familie porträtieren sollte, die regelmäßig ausländische Schüler bei sich aufnimmt. Familie Nagel ist so eine: Erst hatte sie einen Chinesen, dann eine Georgierin zu Gast, zur Zeit ist Maria aus Argentinien da, bald kommt noch eine Estin hinzu.
Ich habe mich mit den Nagels also mal über ihren Alltag unterhalten. Herausgekommen ist eine kleine Sommergeschichte, die jetzt auch auf Zeit-Online erschienen ist.

Das meiner Meinung nach Schönste am Journalismus ist ja, dass man Leute einfach treffen oder anrufen kann, und dann erzählen sie einem was. Meistens jedenfalls. Wenn sie’s nicht tun, dann wird das mit dem Journalismus schon wieder weniger schön, aber wenn sie’s tun, und das tun sie ja meistens, dann empfinde ich das jedes Mal wieder als Bereicherung: Man erfährt einfach so viel! Der eine forscht an etwas und liefert schon fast absurdes Detailwissen, der andere hat etwas Besonderes erlebt, und wieder andere tun einfach nur, was sie für selbstverständlich halten und wundern sich dann darüber, dass das einen Journalisten interessieren könnte.
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