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Am Morgen des 25. März 1996 wurde Johann Scheerer von seiner Mutter geweckt. “Ich tat, als ob ich noch schliefe, ließ sie meinen Rücken streicheln und genoss die paar Sekunden, die ich noch hatte, bevor ich mich anziehen und in die Schule musste. Ich war Ende des vergangenen Jahres dreizehn geworden, Körperlichkeit zwischen meinen Eltern und mir war selten. Der Dämmerschlaf dieser morgendlichen Augenblicke erlaubte es mir, mich nicht gegen die Hand meiner Mutter zu wehren.”
Auf die Berührungen der Mutter folgten ihre Worte. Möglichst kindgerecht versuchte sie, dem Sohn beizubringen, dass sein Vater entführt worden ist. Sein Vater ist Jan Philipp Reemtsma: Literaturwissenschaftler, Sozialforscher, Mäzen und Multimillionär. Erst nach 33 Tagen, in denen er in einem Keller eingesperrt und an die Wand gekettet war, kam er frei.
Seine Erlebnisse hat Jan Philipp Reemtsma in dem beeindruckenden Buch “Im Keller” festgehalten, das 1997 erschien. Bereichert wird dieser Bericht jetzt, zwei Jahrzehnte später, um die Perspektive des Sohns.
Hier meine Rezension zu “Wir sind dann wohl die Angehörigen” aus der Mai-Ausgabe der NZZ-Bücher am Sonntag:


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